Langzeitlagerung, Flüssigkeit in der Kartusche trotz Wasserabscheider, Rostgefahr

  • Hallo Meine Freunde,


    wie der Titel schon sagt geht es um Flüssigkeit in der Kartusche, und mögliche Probleme wie Rost, vor allem bei längerer Lagerung.

    Ich hatte mir da eigentlich keine großen Sorgen gemacht, da Jörg in einem seiner Videos sagte, etwas Flüssigkeit im Tank sei unproblematisch. Allerdings hatte ich dennoch bei meiner HP Max MK 1 nach längerer Lagerzeit die Kartusche stark verrostet!


    Vorab sei gesagt, Gogun kam mir da sehr entgegen und hat mir eine nagelneue HP Max geschickt, super Kundenservice 👍🏻

    Allerdings wüsste ich jetzt gerne, wie das Problem entstanden ist, damit es bei meinen beiden neuwertigen HP Maxes MK 1 und 2 nicht wieder vorkommt, zumal ja auch nach zwei Jahren die Garantiezeit vorbei ist ( es sei denn Gogun hilft da aus Kulanz?)


    Erst mal zum Rost, könnte es sein, dass es zu Rost kommt, wenn man beim Ausbauen des Regulators Kratzer hinterlässt? Oder falls das Werkzeug leicht angerostet war? So wie bei Edelstahl, wenn dieser verunreinigt wird (nennt man das "Flugrost"?)


    Oder ist es etwas anderes, falls das Problem bekannt ist?


    Und zu der Flüssigkeit, ich benutze den guten Kompressor von Vervor, den auch viele andere hier haben. Der hat ja einen Wasser- und Ölabscheider, aber etwas Flüssigkeit/Feuchtigkeit scheint trotzdem in der Kartusche zu sein.

    Ich glaube ja in einem von Jörgs Videos einen guten Schluck Wasser aus der Kartusche kommen gesehen zu haben, im Vergleich sind die Tröpfchen die bei mir waren ja wirklich nur ein Bisschen Feuchtigkeit 😅

    Kann aber auch sein, dass ich mich verguckt habe. Aber egal.


    Also meine Frage ist, da ich mit der Suche nichts konkretes gefunden habe, sind diese Probleme hier bekannt, und gibt es bereits updates, Empfehlungen, Gegenmaßnahmen etc., vielleicht auch offiziell von Gogun? Ansonsten, irgendwelche Ideen?

    Das einzige was mir sonst dazu einfällt wären nagelneues Edelstahlwerkzeug für die Kartusche, und evtl. einen zusätzlichen Wasserfilter, den man zwischen den Kompressor und die Kartusche steckt.


    Ach ja und eine zusätzliche Frage noch, ich glaube mich zu erinnern, dass gesagt wurde, man solle die HP Max am besten unter Druck lagern. Stimmt das, und wenn ja, aus welchem Grund?

    Ansonsten könnte ich vielleicht die Kartusche leeren und reinigen, wenn ich sie länger nicht benutze.

  • Und zu der Flüssigkeit, ich benutze den guten Kompressor von Vervor, den auch viele andere hier haben. Der hat ja einen Wasser- und Ölabscheider, aber etwas Flüssigkeit/Feuchtigkeit scheint trotzdem in der Kartusche zu sein.

    Der beiliegende Filter taugt ja nicht wirklich was, ich habe mir diese besorgt:


    TUXING 4500Psi Pcp Luftkompressor... https://www.amazon.de/dp/B07KQVC5SZ?tag=sa0cf7-21&ref=ppx_pop_mob_ap_share (Affiliate-Link)


    KIMISS Satz Luftkompressor Filter... https://www.amazon.de/dp/B07H9VQP3J?tag=sa0cf7-21&ref=ppx_pop_mob_ap_share (Affiliate-Link)

  • KIMISS Satz Luftkompressor Filter...

    Der ist aber wirklich nur ein Vor-Filter.


    Ich habe den (war an meinem Kompressor bereits dran) plus noch einen großen. fetten (wie den ersten, aber nur mit "Watte" drin, von mir durch noch ein paar Kugellager-Kugeln zwischendrin getunt). Habe von den "fetten" zwei, habe die mal in Reihe geschaltet, im zweiten war dann so gut wie nichts mehr spürbar an Feuchtigkeit. Nachteil bei zu vielen Filtern: Auch dieses Volumen muss erstmal unter Druck gesetzt werden, beim Füllen von kleinen Kartuschen oder gar denen von Schube Ringer oder Ashinger vervielfacht sich damit die Füllzeit.

  • Wo war denn die Kartusche „stark verrostet“? Über die gesamte Innenfläche, am Gewinde oder nur punktuell irgendwo?

    Hauptsächlich am Regulator, hab auch noch die Bilder, hatte ich vergessen.

    Sieht schon recht übel aus...


    1.jpg2.jpg3.jpg4.jpg5.jpg6.jpg7.jpg


    In der Kartusche selber waren komische Ablagerungen und man sieht die Feuchtigkeit in den letzten beiden Bildern. Filter hatte ich immer im Kompressor und vorher auch in der Handpumpe.

    Ich vermute das ist "Flugrost", der sich über längere Zeit ausbreitet. Ist dann natürlich blöd, weil man es von außen nicht sieht.

  • Gibt es das keine speziellen Mittel zur Vorbeugung,

    Nein.


    In unserem Verein hatten wir früher die Pressluftkartuschen der Luftpistolen mittels Handpumpe befüllt (ohne Wasser/Öl-Abscheider). Bis dann zwei Druckminderer den Geist aufgaben und die Reparatur so teuer war, dass es sich lohnte, auf Pressluftflaschen umzusteigen. Die natürlich auch wasserabscheidend gefüllt werden. Wenn Wasser und Dreck ins Drucksystem kommt, hat man einfach verloren.

  • Vielleicht zur Rostprävention dünn mit fluid film besprühen!? 🤷‍♂️ sprühe das immer in die Hohlräume meine Oldtimer.... ist quasi fast reines lanolin (Wollwachs)

  • Vielleicht zur Rostprävention dünn mit fluid film besprühen!? 🤷‍♂️ sprühe das immer in die Hohlräume meine Oldtimer.... ist quasi fast reines lanolin (Wollwachs)

    oh, noch ein Oldtimer-Schrauber ?! Nice ! dann sind wir hier schon zu dritt. :thumbup:
    Ja, FluidFilm ist ein Super-Zeug und eignet sich neben unseren Oldtimern auch hervorragend zum schmieren der Armbrust-Sehne und deren Schienen, bedeutend besser als das Wachs..

    AAABER : Für PCP-Waffen benutze ich es NICHT.
    Fluidfilm ist nicht so nett zu Gummiteilen, und ich befürchte daher, dass es den Dichtungen in der PCP daher auch nicht gut tun wird.

  • Sämtliche Innenteile sollten m.W. eigentlich mit PTFE/Silikon- Fett oder Öl leicht benetzt sein. Das sollte auch vor Oxidation schützen.


    Und zur Feuchtigkeit in der Waffe, trotz gutem, chemischen Filter (TXF003 mit 3x Filtersatz):


    Wurde hier das Granulat auch mal getauscht? Ewig hält das nicht.

    Ausserdem empfehle ich immer, selbst bei der Erstbefüllung, das original Silica mit ein paar nachgekauften Silica- Kügelchen (mit Farbumschlag) zu durchmischen. So erkennt man wenn das Adsorptionsvermögen des Filters zuende geht.


    Beispiele für Nachfüllgranulat:

    Silica m. Farbumschlag: https://www.amazon.de/gp/product/B075JGZDY3?tag=sa0cf7-21 (Affiliate-Link)

    Molsieb 4Ä: eBay NRC oder von eBay Röttinger
    MolSieb 3Ä ginge m.W. auch, wäre sogar spezifischer, ist aber auch teurer.

    Aktivkohle: eBay NRC



    Ich tausche dann auch MolSieb und Aktivkohle, denn individuelle Indikatoren für deren "Durchschlag" habe ich nicht.

  • Und zur Feuchtigkeit in der Waffe, trotz gutem, chemischen Filter (TXF003 mit 3x Filtersatz)


    Also beim Kompressor von Vevor sind nur solche Watteartigen Filter vorhanden:


    vevor kompressor1.png


    Also heißt das die Standart-Dinger sind einfach unzureichend...?


    Die Dinger sind mit Plastik umhüllt und haben innen nur dieses Watteartige Material. Die werden in das zylindrische Teil am Ende des Schlauchs eingesetzt, und man soll sie nach ca. 50 Füllungen ersetzen.

  • Also heißt das die Standart-Dinger sind einfach unzureichend...?

    Ja, der Standard Vevor Filter ist definitiv unzureichend. mit diesem habe ich gute Erfahrungen gemacht. Nichz zu gross und nicht zu klein. Er reicht um Waffen Direkt zu befüllen.


    Lege 4 von den Scheibenfiltern hinein und in den Deckel 1 länglichen Filter. Meine Waffentanks sind Trocken damit.


    https://www.amazon.de/dp/B07H9VQP3J?tag=sa0cf7-21 (Affiliate-Link)

  • Und ich rate zu chemischen FIltern wie oben beschrieben.


    Baumwollfilter filtern nur ausgefälltes Wasser, chemische Filter holen auch Wasser aus dem Luftstrom, das noch nicht in Tröpfchenform vorliegt. Und: SIe binden es auch (Adsorbation). Nachteil: Sind sie voll, muß man das Granulat tauschen.


    Ob das Wasser nun von selbst ausfällt, oder nicht, ist eine Frage von Luftfeuchtigkeit, Druck und Temperatur. Also im Sommer anders, als im Winter. Bei Fönwetterlage anders als im Winter bei -20°C.


    Vom Volumen her ist der TXF003 ( TUXING Öl Wasser Filter Hochdruck Luftfilter Wasser Öl Abscheider Schnellanschluss (Affiliate-Link) ) tatsächlich ein "Overkill", aber er hat bisher bei allen Versuchen 400bar ausgehalten (nicht auf mich berufen wenn er bei Euch doch hochgeht), nur die Dichtringe muß man nach Öffnung oftmals tauschen. Und er hat zwei Bohrungen in den Endkappen, die die Öffnung, mit Werkzeug, stark erleichtern.


    Nebenbei: Dank Black Friday (eig. Black Sunday heute) kostet er gerade nur 55.-


    Es gibt diese Bauart auch von anderen Herstellern, etwas kleiner. Also etwas weniger Volumen. z.B. auf AliExpress. Vom Volumen her sollten die auch reichen, zur Qualität, Wanddicke, Preis kann ich aber nichts sagen. Habe keinen davon je in Händen gehalten.

  • Baumwollfilter filtern nur ausgefälltes Wasser,

    Aus genau dem Grunde habe ich bei meinen Baumwollfiltern zwischen zwei Zylinder Baumwolle eine halbe Handvoll kleiner Kugellagerkugeln (man kann auch Schrot o.ä. nehmen) reingetan. Das zusätzliche Volumen muss man natürlich vom Bauwollzylinder abschneiden. Die kalten Stahlkugeln und der kalte Druckzylinder des Falters (sehr dickes Alu, nimmt recht viel Wärme auf) sorgen für das "Ausfällen" des Wassers durch Kondensation - und das Kondenswasser kann dann der Baumwollstoff aufnehmen.


    Man muss nur die Baumwolle nach jedem längeren Füllvorgang wieder trockenen lassen.

  • Die kalten Stahlkugeln und der kalte Druckzylinder des Falters (sehr dickes Alu, nimmt recht viel Wärme auf) sorgen für das "Ausfällen" des Wassers durch Kondensation

    Wenn die Kugeln 20°C hätten, fällst Du damit also das Wasser bis ca. 20°C aus. Solange die Kugeln sich nicht erwärmt haben.


    In der Waffe, am Regulator oder anderen Stellen, an denen es zu schnellen Dekompressionsvorgängen kommt, herrschen aber - Grade. Das unter 20°C noch vorhandene Wasser, das dann bei (angenommenen) -5°C ausfällt, nennt man im Allgemeinen "Schnee".


    Beim Tauchen, wo es ganz besonders darauf ankommt, dass wirklich kein Wasser in der Druckluft ist (weil sonst die Druckminderer vereisen), kommen daher immer nur chemische Wasserabscheider in Betracht.


    Muß also noch einen nicht unwesentlichen Unterschied geben.

  • Kurze Frage an die Runde. Es sieht nicht nach Rost aus, oder täusche ich mich da? Die Kartusche kann nicht rosten, da diese aus Aluminium besteht, oder Edelstahl, ist nicht magnetisch. Der Regulator besteht nur im Kern aus Eisen. Zumindest ist es bei der Challenger so und bei der FX.LG Tom

  • Wenn die Kugeln 20°C hätten, fällst Du damit also das Wasser bis ca. 20°C aus. Solange die Kugeln sich nicht erwärmt haben.

    Nein. Durch den Kompressionsvorgang wird die Luft stark erwärmt, so dass an den relativ kalten Metallflächen Kondensat entsteht.


    Was meinst du, wie ein Sterilisator (Autoklav) funktioniert - bei 134°C?


    Beim Tauchen, wo es ganz besonders darauf ankommt, dass wirklich kein Wasser in der Druckluft ist (weil sonst die Druckminderer vereisen), kommen daher immer nur chemische Wasserabscheider in Betracht.

    Das mag sein.

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